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Die Krönung

Gelebtes Brauchtum im Zeichen des Weins


Zwischen den Rebhängen des Schwanbergs und den traditionsreichen Kellern des Weinorts Rödelsee lebt eine besondere Tradition: die jährliche Krönung der Rödelseer Weinprinzessin. Seit 1978 ist sie fester Bestandteil des kulturellen Lebens und ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit von Mensch, Wein und Heimat.




Ein Festakt mit Herz und Geschichte

Die Krönungszeremonie in Rödelsee hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark gewandelt – von schlichter Formalität zur feierlichen Inthronisation mit Musik, Rahmenprogramm und Gästen aus Nah und Fern. Während in den frühen Jahren die Krönung noch „unspektakulär während der Jahreshauptversammlung des Weinbauvereins als ein Tagesordnungspunkt“ stattfand, wie Ingrid Schilling (Weinprinzessin 1981–1983) berichtet, steht heute ein festlicher Abend im Mittelpunkt, bei dem Brauchtum, Wein und Gemeinschaft gefeiert werden.


In diesem feierlichen Moment wird die scheidende Weinprinzessin mit Dank und Anerkennung verabschiedet. Sie übergibt Krone, Amt und Verantwortung an ihre Nachfolgerin – ein symbolischer Akt, der nicht nur einen Wechsel im Amt markiert, sondern auch den Zusammenhalt der Generationen betont.


Mit der Krönung beginnt ein ereignisreiches Jahr (oder auch zwei), in dem die neue Hoheit Rödelsee bei Festen, Messen und offiziellen Anlässen vertritt. Die Aufgabe erfordert Organisationstalent, Offenheit und ein Gespür für Menschen – Fähigkeiten, die viele der Ehemaligen nachhaltig geprägt haben.


Die Vielfalt der Aufgaben – vom Empfang internationaler Gäste bis zur Moderation von Weinproben – macht das Amt zu einer einzigartigen Erfahrung. Gleichzeitig setzt sich die Weinprinzessin für die Weinkultur ihrer Heimat ein – eine Rolle, die sich mit der Zeit gewandelt hat, aber in ihrer Essenz gleich geblieben ist.


Wandel und Werte – Ein Amt im Spiegel der Zeit

Was einst mit einfachen Dirndln und wenigen Terminen begann, ist heute ein gut organisiertes, öffentlichkeitswirksames Ehrenamt geworden. Die Kleidung wird bezuschusst, Termine abgestimmt, und die jungen Frauen werden auf ihre Rolle vorbereitet – aber der Kern ist geblieben: die Liebe zum Wein und zur Region.


Heute wie damals sind die Herausforderungen vielfältig. Die Prinzessinnen repräsentieren nicht nur einen Weinort, sondern auch ein Lebensgefühl. Sie begegnen Menschen mit Offenheit und tragen mit Charme und Würde zur Pflege des kulturellen Erbes bei.


Die Exen-Hexen sind eine Gruppe ehemaliger Rödelseer Weinprinzessinnen, die sich nach ihrer Amtszeit weiter engagieren – ob als Helferinnen bei Festen oder einfach zum geselligen Austausch.


Gemeinschaft und Freundschaft

Neben aller Repräsentanz ist die Zeit als Weinprinzessin auch eine Zeit persönlicher Entwicklung. Es entstehen Freundschaften, Netzwerke und bleibende Erinnerungen.


Die Weinprinzessin ist weit mehr als eine symbolische Figur. Sie ist eine Brückenbauerin zwischen Tradition und Gegenwart, zwischen Weinbauern und Gästen, zwischen Geschichte und gelebter Kultur. Ihr Amt zeigt, wie tief Brauchtum in Rödelsee verwurzelt ist – und wie lebendig es durch junge Menschen erhalten bleibt.


So wird die Krönung Jahr für Jahr nicht nur zum festlichen Auftakt eines neuen Amtsjahres, sondern auch zum Ausdruck jener Werte, die das fränkische Weinland prägen: Gastfreundschaft, Stolz auf die Heimat und eine tiefe Liebe zum Wein.


Text: Timo Lechner, Fotos: studio zudem

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